Chaos bei der Kochstraße wird immer größer: Jusos fordern Konsequenzen an der Spitze der Universität

Sonntag, 20. Oktober 2013

Angesichts der immer größer werdenden Probleme nach der Notsperrung des Gebäudes Kochstraße 4 der FAU fordern die Jusos nun Konsequenzen an der Spitze der Hochschulleitung: Präsident und Kanzler müssen nach ihrer Meinung die Verantwortung für die chaotischen Zustände übernehmen und ihre Ämter zur Verfügung stellen.

Zuletzt musste der Umzug der im Nordteil der Kochstraße „beheimateten“ Institute in ein angemietetes Bürogebäude nach Tennenlohe gestoppt werden, weil die Umnutzung nicht genehmigungsfähig war: Der Baubehörde liegt kein Statikgutachten für die Nutzung des Tennenloher Gebäudes als Bibliotheksstandort vor. Bis dieses vorliegt, darf das Gebäude nicht genutzt werden, damit kann auch der bereits begonnenen Umzug nicht mehr weitergeführt werden. Durch diesen Abbruch – mit dem auch der Mietvertrag nicht in Kraft tritt – stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der betroffenen Institute weiterhin keine Arbeitsplätze zur Verfügung, auch die Bibliotheken müssen auf nicht absehbare Zeit geschlossen bleiben. Gleichzeitig droht auch der eng gesteckte Zeitplan zur Sanierung des Nordteils der Kochstraße 4 zu kippen: Wird der Gebäudeteil nicht bis zum 1. November geräumt, kann die Sanierung nicht beginnen. Damit wird aber auch die Fertigstellung der Sanierung zum Sommersemester fraglich. Weil das Gebäude in Tennenlohe aber zum Sommersemester bereits anderweitig verplant wird, droht dann erneutes Chaos in der Kochstraße.

Für die Jusos ist das ein untragbarer Zustand, der Konsequenzen haben muss: „Die Hochschulleitung, insbesondere Präsident und Kanzler, haben im Krisenmanagement eklatant versagt“, so der Erlanger Juso-Vorsitzende Munib Agha, selbst Student an der FAU: „Nicht nur, dass die Situation durch unterlassene Sanierungen in der Kochstraße und fehlenden Nachdruck beim Einfordern der notwendigen Mittel in München fahrlässig herbeigeführt wurde – und auch die Sperrung weiterer Gebäude wie der „Philosophie-Türme“ droht (wegen zu hoher PCB-Belastung): Seit der Gebäudesperrung Ende Juli fallen Grüske und Schöck wesentlich nur dadurch auf, die Situation schönzureden und die Verantwortung von sich wegzuschieben. So gab es nie eine Mitarbeiterinformation, auch die Studierenden wurden im wesentlichen vertröstet. Patrick Rösch, Vorstandsmitglied der Jusos Erlangen und Student der Philosophischen Fakultät, ergänzt: „Es wurde den Studierenden noch am 11. Oktober, unmittelbar vor Semesterbeginn über die Medien versprochen, zum Wintersemester sei alles in Ordnung und das Gebäude in Tennenlohe können zum Semesterstart genutzt werden, die Bibliotheken öffneten dort am 17. Oktober. Eine dreiste Lüge.“ Zu diesem Zeitpunkt lag kein gültiger Mietvertrag für Tennenlohe vor, und es war bekannt, dass eine vernünftige Nutzung dort frühestens drei bis vier Wochen nach Semesterstart möglich sei. Ebenso war bekannt, dass Lehrveranstaltungen aus Raumnot verlegt werden mussten (weil in Tennenlohe Lehrveranstaltungen frühestens ab Januar 2014 möglich sind) und es damit für Studierende zu Überschneidungen und Verzögerungen im Studium kommt. Dass nun die Genehmigung für die Umnutzung offenkundig nicht vorbereitet wurde, setzt diesem Versagen die Krone aus.

Es ist höchste Zeit, dass an der Spitze der Universität Konsequenzen gezogen werden und Präsident und Kanzler ihre Ämter zur Verfügung stellen. Sie müssen die Verantwortung für das Missmanagement übernehmen und sollten nicht den Tebartz-van Elst in Sachen Realitätsverweigerung machen!“

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